Busreisen gehören für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Unterwegssein, ob für den nächsten Städtetrip, die Fahrt in den Urlaub oder eine längere Reise quer durch Europa. Doch welche Rolle spielen Fern- und Reisebusse tatsächlich?

Aktuelle Zahlen zeichnen ein spannendes Bild: Während der deutsche Fernbusverkehr zuletzt wieder mehr Fahrgäste verzeichnete, bleibt der Reisebus im gesamten Reisemarkt eine vergleichsweise kleine Größe.
Ein Blick nach Frankreich und auf die EU zeigt zugleich, wie unterschiedlich sich die Bedeutung des Busses messen und einordnen lässt. Diese Statistik bringt die wichtigsten aktuellen Zahlen zusammen und zeigt, was sich daraus wirklich ablesen lässt:
Der Fernbus legt bei den Fahrgastzahlen zu
Datenstand dieser Auswertung: 1. Oktober 2026. Die ausgewerteten Statistiken beziehen sich je nach Quelle auf das Gesamtjahr 2024, das Gesamtjahr 2025 oder das erste Halbjahr 2026. Veröffentlichungsdatum und Datenzeitraum sind deshalb jeweils getrennt angegeben.
Im deutschen Linienfernverkehr mit Omnibussen wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 5,4 Millionen Fahrgäste gezählt. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Zuwachs von 10 %. Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem im Kontext des gesamten Fernverkehrs: Dort sank die Fahrgastzahl im gleichen Zeitraum um 2 %, während im Eisenbahnfernverkehr 3 % weniger Fahrgäste gezählt wurden.
Die Fernbuszahl beschreibt allerdings einen klar abgegrenzten Teil des Busverkehrs. Gemeint ist der Linienfernverkehr mit Omnibussen. Touristische Rundreisen, individuell gecharterte Reisebusse oder andere Formen des Gelegenheitsverkehrs sind damit nicht automatisch erfasst. Die Zahl von 5,4 Millionen sollte daher nicht als Gesamtzahl aller Menschen verstanden werden, die im ersten Halbjahr mit einem Reisebus unterwegs waren.
Schon das Gesamtjahr 2025 hatte eine höhere Fahrgastzahl gezeigt. Damals wurden im Linienfernverkehr mit Omnibussen 11,1 Millionen Fahrgäste registriert, nach 10,4 Millionen im Jahr 2024. Der amtlich ausgewiesene Zuwachs betrug 6 %. Die Verkehrsleistung veränderte sich dagegen kaum: Sie lag 2025 bei 3,471 Milliarden Personen-Kilometern nach 3,459 Milliarden im Vorjahr.
Damit zeigen Fahrgastzahl und Verkehrsleistung nicht exakt dasselbe Bild. Mehr gezählte Fahrgäste bedeuten nicht zwangsläufig einen proportionalen Zuwachs bei den zurückgelegten Personen-Kilometern. Aus den vorliegenden Zahlen allein lässt sich auch keine Ursache für diese unterschiedliche Entwicklung ableiten.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Personenverkehr mit Bussen und Bahnen. Originalquelle zum 1. Halbjahr 2026 ansehen (öffnet in neuem Tab).
Innerhalb des Jahres ist die Fernbusnachfrage unterschiedlich verteilt
Die Quartalsdaten für 2025 zeigen, dass die registrierten Fahrgastzahlen im Jahresverlauf deutlich variierten. Das dritte Quartal war mit 3,270 Millionen Fahrgästen das stärkste der vier Quartale. Im ersten Quartal wurden 2,044 Millionen Fahrgäste gezählt. Diese Verteilung beschreibt zunächst ein einzelnes Jahr. Ohne eine entsprechende mehrjährige Quartalsreihe wäre es nicht belastbar, daraus einen dauerhaften saisonalen Trend abzuleiten.
| Quartal | Beförderte Personen | In Millionen |
|---|---|---|
| Q1 2025 | 2.044.000 | 2,044 |
| Q2 2025 | 2.876.000 | 2,876 |
| Q3 2025 | 3.270.000 | 3,270 |
| Q4 2025 | 2.905.000 | 2,905 |
Bei Übernachtungsreisen ist der Reisebus eine kleinere Verkehrsmittelkategorie
Eine zweite deutsche Statistik betrachtet Busreisen aus einer ganz anderen Perspektive. Bei den privaten und geschäftlichen Reisen der in Deutschland lebenden Bevölkerung mit mindestens einer Übernachtung entfielen 2025 2,7 % auf Reisebusse. Das Auto erreichte 60,2 %, die Bahn 19,2 % und das Flugzeug 15,2 %.
Die Grundgesamtheit ist die in Deutschland ansässige Bevölkerung ab 15 Jahren. Erfasst werden Inlands- und Auslandsreisen mit mindestens einer Übernachtung. Insgesamt wurden für 2025 274 Millionen solcher Reisen ausgewiesen, darunter 169 Millionen Inlands- und 105 Millionen Auslandsreisen. Die Daten stammen aus einer freiwilligen telefonischen Erhebung mit rund 10.000 Befragten pro Jahr.
Der Wert von 2,7 % darf deshalb weder als Anteil aller Deutschen, die Reisebus fahren, noch als Anteil des Busses am gesamten Personenverkehr interpretiert werden. Er beschreibt ausschließlich den Anteil des Reisebusses an den erfassten mehrtägigen Reisen. Aus dem gerundeten Anteil und den 274 Millionen Reisen wird hier bewusst keine scheinbar exakte absolute Zahl von Reisebusreisen zurückgerechnet.
| Verkehrsmittel | Anteil an den Reisen |
|---|---|
| Auto | 60,2 % |
| Bahn | 19,2 % |
| Flugzeug | 15,2 % |
| Reisebus | 2,7 % |
Quelle: Statistik über die touristische Nachfrage. Originalveröffentlichung ansehen (öffnet in neuem Tab).
Frankreich meldet ebenfalls mehr Fahrgäste im Fernbusmarkt
Für Frankreich liegen besonders aktuelle Daten zu den sogenannten services librement organisés (SLO) vor. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in diesem Markt rund 8 Millionen Fahrgäste gezählt. Das waren 4 % mehr als im ersten Halbjahr 2025. Auf inländische Verbindungen entfielen rund 5,6 Millionen Fahrgäste, ein Plus von 5 %. Für internationale Verbindungen meldete die französische Regulierungsbehörde einen Nachfragezuwachs von 2 %.
Parallel wurde das Angebot ausgeweitet: Die Busse legten 59 Millionen Bus-Kilometer zurück, 4 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Durchschnitt wurden 795 Abfahrten pro Tag registriert, ein Plus von 2 %.
Die französischen Werte beruhen auf Informationen, die Marktakteure an die Verkehrsregulierung übermitteln und die anschließend statistisch aggregiert werden. Es handelt sich damit nicht um eine Bevölkerungsbefragung. Auch die französische SLO-Definition ist nicht deckungsgleich mit dem deutschen Berichtskreis des Linienfernverkehrs. Die 8 Millionen französischen und die 5,4 Millionen deutschen Fahrgäste können daher zwar als zwei aktuelle nationale Marktindikatoren nebeneinandergestellt werden, ergeben aber kein belastbares Länderranking.
| Kennzahl | Wert | Veränderung zum Vorjahreszeitraum |
|---|---|---|
| Fahrgäste insgesamt | rund 8 Mio. | +4 % |
| Fahrgäste auf Inlandsverbindungen | 5,6 Mio. | +5 % |
| Internationale Nachfrage | absoluter Wert nicht ausgewiesen | +2 % |
| Bus-Kilometer | 59 Mio. | +4 % |
| Abfahrten pro Tag | 795 | +2 % |
Quelle: Autorité de régulation des transports, veröffentlicht am 28. September 2026. Originalveröffentlichung ansehen (öffnet in neuem Tab).
EU-weit entfallen 7,3 Prozent der Personen-Kilometer auf Busse und Coaches
Eine breitere internationale Perspektive liefert der Modal Split der Europäischen Union. Hier geht es nicht um die Zahl der Reisen oder Fahrgäste, sondern um die Verkehrsleistung in Personen-Kilometern. Für 2024 wird die gesamte einbezogene Personenverkehrsleistung auf rund 6.130 Milliarden Personen-Kilometer geschätzt.
69,2 % entfielen auf Pkw und 15,8 % auf Flugzeuge. Die Bahn erreichte 7,5 %. Auf die gemeinsame Kategorie Busse, Coaches und Trolleybusse entfielen 7,3 %. Damit lag die Bahn in dieser Statistik erstmals seit 2014 knapp über der zusammengefassten Buskategorie. Gegenüber 2023 sank deren Modalanteil um 0,2 Prozentpunkte.
Auch hier ist die Definition entscheidend: Die 7,3 % sind kein Anteil von Reisenden und kein spezieller Marktanteil touristischer Reisebusse. Ein Personen-Kilometer entspricht der Beförderung einer Person über einen Kilometer. Veränderungen des Anteils können außerdem dadurch entstehen, dass sich die Verkehrsleistung anderer Verkehrsmittel verändert. Ein niedrigerer Modalanteil beweist deshalb für sich genommen keinen Rückgang der absolut mit Bussen zurückgelegten Personen-Kilometer.
| Verkehrsmittel | Anteil an allen Personen-Kilometern |
|---|---|
| Pkw | 69,2 % |
| Flugzeug | 15,8 % |
| Bahn | 7,5 % |
| Busse, Coaches, Trolleybusse | 7,3 % |
| Seeschiffe | 0,4 % |
Vergleichbarkeit: Die Statistiken messen unterschiedliche Ebenen
Die Daten ergeben zusammen ein differenziertes Bild, dürfen aber nicht zu einer einzigen Rangliste zusammengezogen werden. Am unmittelbarsten vergleichbar sind die deutschen Fernbuswerte aus derselben amtlichen Personenverkehrsstatistik. Der Vergleich von 10,4 Millionen Fahrgästen im Jahr 2024 mit 11,1 Millionen im Jahr 2025 beruht auf derselben statistischen Ebene. Auch die Veränderung im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ist innerhalb dieser Statistik sinnvoll.
Anders ist es beim Reiseverhalten. Die 2,7 % Reisebusanteil stammen aus einer freiwilligen Bevölkerungsbefragung unter in Deutschland lebenden Menschen ab 15 Jahren. Sie beziehen sich auf Reisen mit mindestens einer Übernachtung. Die Fernbusstatistik basiert dagegen auf Unternehmensmeldungen und zählt Beförderungsfälle in einem definierten Linienverkehrssegment.
Der französische SLO-Markt liegt methodisch näher am deutschen Fernbusverkehr als die Tourismusbefragung, verwendet jedoch einen eigenen regulatorischen Marktbegriff und einen anderen nationalen Erfassungsrahmen. Deshalb lässt sich feststellen, dass beide Länder für das erste Halbjahr 2026 steigende Fahrgastzahlen gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum melden. Aus den absoluten Fahrgastzahlen lässt sich dagegen nicht belastbar ableiten, welcher Markt „größer“, „beliebter“ oder erfolgreicher ist.
Die EU-Statistik liegt wiederum auf einer dritten Ebene. Sie misst Verkehrsleistung und fasst Busse, Coaches und Trolleybusse zusammen. Hinzu kommt, dass die Straßenpersonenverkehrsdaten zwischen den Mitgliedstaaten nicht vollständig harmonisiert sind und teilweise geschätzt werden. Die Werte sind daher vor allem für die Einordnung der Verkehrsträger innerhalb des EU-Gesamtverkehrs geeignet.
| Vergleich | Einordnung | Grund |
|---|---|---|
| Deutschland Fernbus 2024 zu 2025 | Direkt vergleichbar | Gleiche Statistik, Einheit und grundsätzlich vergleichbarer Berichtskreis. |
| Deutschland H1 2026 zum Vorjahreszeitraum | Direkt vergleichbar | Vergleich innerhalb derselben amtlichen Fernbusstatistik. |
| Deutschland zu Frankreich H1 2026 | Nur nebeneinander | Unterschiedliche nationale Marktdefinitionen und Erfassungsrahmen. |
| Deutschland 2,7 % zu EU 7,3 % | Nicht direkt vergleichbar | Reiseanteil einer Bevölkerungsbefragung versus Anteil an Personen-Kilometern. |
Was die aktuellen Zahlen belastbar aussagen
Für Deutschland lässt sich festhalten, dass die amtlich erfasste Fahrgastzahl im Linienfernverkehr mit Omnibussen 2025 gegenüber 2024 zunahm und auch im ersten Halbjahr 2026 über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lag. Gleichzeitig zeigt die Tourismusbefragung, dass der Reisebus innerhalb aller erfassten mehrtägigen Reisen mit 2,7 % eine deutlich kleinere Verkehrsmittelkategorie als Auto, Bahn und Flugzeug darstellt.
Frankreich liefert einen zweiten aktuellen Fernbusbefund: Auch dort lag die Fahrgastzahl der frei organisierten Fernbusdienste im ersten Halbjahr 2026 über dem Vorjahreszeitraum. Auf EU-Ebene zeigt sich dagegen eine andere Perspektive: Busse, Coaches und Trolleybusse erreichten im Datenjahr 2024 zusammen 7,3 % der Personenverkehrsleistung und lagen damit knapp unter der Bahn.
Diese Befunde widersprechen sich nicht. Sie beantworten schlicht verschiedene Fragen: Wie viele Fahrgäste nutzen ein bestimmtes Fernbussegment? Welches Verkehrsmittel wird bei mehrtägigen Reisen gewählt? Und welcher Anteil der gesamten Verkehrsleistung entfällt europaweit auf verschiedene Verkehrsträger? Erst die saubere Trennung dieser Ebenen verhindert, dass aus ähnlich klingenden Prozent- und Fahrgastzahlen falsche Schlussfolgerungen entstehen.
Quellen und Datenbasis
Statistisches Bundesamt: „Personenverkehr im 1. Halbjahr 2026: 2 % mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen“, Datenzeitraum Januar bis Juni 2026, veröffentlicht 21.09.2026. Originalquelle ansehen (öffnet in neuem Tab).
Statistisches Bundesamt: „Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2025: Fahrgastzahlen nahezu unverändert“, Datenjahr 2025, veröffentlicht 08.04.2026. Originalquelle ansehen (öffnet in neuem Tab).
Statistisches Bundesamt: Tabelle „Personenverkehr mit Bussen und Bahnen“, verwendete Werte 2024 und 2025, Stand 08.04.2026. Originaltabelle ansehen (öffnet in neuem Tab).
GENESIS-Online: Tabelle 46181-0005, quartalsweise Angaben zu Unternehmen, beförderten Personen und Personenkilometern; für die Grafik wurden Q1 bis Q4 2025 verwendet. Datensatz ansehen (öffnet in neuem Tab).
Statistisches Bundesamt: „Weniger Reisen, aber Rekordwert bei mehrtägigen Inlandsreisen 2025“, Datenjahr 2025, veröffentlicht 17.08.2026. Originalquelle ansehen (öffnet in neuem Tab).
Statistisches Bundesamt: Methodik zur Statistik über die touristische Nachfrage und zum Reiseverhalten. Methodik ansehen (öffnet in neuem Tab).
Autorité de régulation des transports: „Autocars librement organisés : une fréquentation en hausse et des prix maîtrisés pour les passagers au premier semestre 2026“, Datenzeitraum 1. Halbjahr 2026, veröffentlicht 28.09.2026. Originalquelle ansehen (öffnet in neuem Tab).
Eurostat: „Trains overtake buses: EU travel habits slowly shifting“, Datensatz tran_hv_ms_psmod, Datenjahr 2024, veröffentlicht 18.09.2026. Originalveröffentlichung ansehen (öffnet in neuem Tab).
Eurostat: Referenzmetadaten zum Modal Split des Verkehrs. Methodische Metadaten ansehen (öffnet in neuem Tab).
Übersicht:
Fachartikel
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- Aktuelle Zahlen & Statistik: Fernbus und Reisebus in Deutschland und Europa - 1. Oktober 2026
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