Ausflugstipp: das polnische Salzbergwerk Wieliczka

Ausflugstipp: das polnische Salzbergwerk Wieliczka

Dass Salz eine heilende Wirkung hat, dürfte den meisten bekannt sein. Nicht umsonst fahren Personen, die zum Beispiel Atemwegsprobleme haben oder an Hautkrankheiten leiden, gerne ans Meer, besuchen Solegrotten oder gönnen sich einen Tag im Thermalbad und baden im salzigen Heilwasser. Doch für Wieliczka ist Salz weit mehr als nur ein Heilmittel.

Ausflugstipp das polnische Salzbergwerk Wieliczka

Das Weiße Gold drückt die Verbundenheit Polens mit dem Bergbau aus und verbindet gleichzeitig die Tradition mit der Moderne. Den Besucher erwartet eine wunderschöne und überaus eindrucksvolle Stadt unter der Erde, die nicht einfach nur irgendein Tagebau, sondern ein wahres Meisterwerk ist.

Wir stellen das polnische Salzbergwerk Wieliczka als Ausflugstipp vor. Also, Grubenlampe an und schon geht’s mit dem Seilkorb nach unten!:

Ein Salzbergwerk als einmaliges Kulturgut

Das Salzbergwerk Wieliczka ist nicht weit von Krakau entfernt. Und wie groß sein Stellenwert bis heute ist, zeigt sich in mehrerlei Hinsicht. So bildete Steinsalz im 13. Jahrhundert und auch später noch eine wichtige Grundlage für den Wohlstand in Polen.

Außerdem wurde das Bergwerk zu einem Ort, der die Gesundheit förderte. Vor allem Menschen mit Atemwegserkrankungen fanden und finden hier Linderung.

Dazu kommt, dass die Bergmänner ein Kulturgut hinterließen, das in dieser Form einmalig auf der Welt ist. Nicht umsonst wurde Wieliczka schon Ende der 1970er-Jahre in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Seitdem ist das Salzbergwerk ein Sinnbild für das Traditionsbewusstsein und die tiefe Verbundenheit der Polen mit dem Bergbau.

Arbeit und Gebet in Wieliczka

Nachdem in der Mitte des 13. Jahrhunderts alle bekannten Salzquellen in Polen ausgeschöpft waren, kamen die Bergmänner nach Wieliczka. Ihr Auftrag lautete, die sogenannte Salzsohle zu suchen. Diese sollte gewinnbringend genutzt und das geförderte Steinsalz verkauft werden.

Der Einzug der Bergmänner legte zugleich im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für die unterirdische Stadt, die das Salzbergwerk heute zur eindrucksvollen Attraktion macht.

Die Bergmänner errichteten die Stadt in den Abbauräumen, in denen die Salzsohle schon komplett abgeschöpft war. In ihrer freien Zeit bauten die Bergmänner hier kleine Altäre, hübsche Kapellen und ganze Kirchen. Dabei versahen sie jedes Bauwerk mit einer ganz persönlichen Note.

Dass die Bergleute neben ihrer ohnehin schon sehr anstrengenden Arbeit solche Mühen auf sich nahmen, liegt daran, dass Bergleute ziemlich gläubig sind. Böse Zungen wurden sie vielleicht sogar als abergläubisch bezeichnen.

Jedenfalls sind sie überzeugt davon, dass ihre Schutzpatronin, die Heilige Barbara, über sie wacht und der Bergmannsgruß „Glück auf“ die Voraussetzung dafür ist, wohlbehalten wieder ans Tageslicht zu kommen.

Den Bergmännern war es ein großes Anliegen, dass sie jederzeit zu ihrer Schutzpatronin beten können. Deshalb bauten sie sich eine eigene kleine Stadt tief unter der Erde, die ihnen diese Möglichkeit bot.

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Die schönste und größte Kapelle im Salzbergwerk ist aber nicht der Heiligen Barbara, sondern der Heiligen Kinga gewidmet. Sie ist die Schutzpatronin des Salzbergwerks. Die Kapelle befindet sich 101 Meter tief unter der Erde.

Der große Respekt gegenüber den Männern, die bei ihrer harten Arbeit tagtäglich ihre Leben riskierten, ist auch heute noch überall zu sehen und zu spüren. Wenn der Besucher einen Eindruck davon bekommen möchte, kann er anstelle der Touristen-Route an der sogenannten Bergmanns-Route teilnehmen.

Bekleidet mit der traditionellen Arbeitskluft und ausgestattet mit Hacke und Schlegel, kann er sich dann unter der Aufsicht des Steigers selbst als Bergmann versuchen.

Die Magie des Salzes

Wenn der Besucher das Salzbergwerk bei einer geführten Tour erkundet, erfährt er, wie Salzgestein abgebaut wird und welche Maschinen die Bergleute dafür nutzten. Doch der rund drei Kilometer lange Weg in bis zu 135 Metern Tiefe hält noch ganz andere Highlights bereit.

Skulpturen und Kronleuchter aus Salz, ins Salzgestein geschlagene Wandbilder, die schon erwähnten Kirchen und Kapellen oder Treppenstufen, die durch die hauchdünne Salzschicht wie mit Puderzucker bestreut aussehen, sind ein paar Beispiele. Nicht zu vergessen sind außerdem die Salzseen, die fast magisch in allerlei Grün- und Blautönen leuchten.

Die heilsame Kraft des Salzes genießen

Im Salzbergwerk Wieliczka kann der Besucher auf eine spannende Zeitreise gehen. Doch auch wenn er Entspannung sucht oder seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, ist er hier genau richtig.

In den früheren Abbauräumen stehen Liegestühle bereit, die dazu einladen, sich zurückzulehnen und die gesunde, mit Mineralien gesättigte Luft einzuatmen. Schon nach ein paar Atemzügen wird klar, dass die Luft hier unten völlig anders ist als die Luft über Tage. Und vor allem wer Probleme mit den Atemwegen hat, wird die wohltuende Wirkung spüren.

Wie lange der Besucher bleibt, entscheidet er selbst. Die Mindestdauer für den Aufenthalt liegt bei drei Stunden. Doch der Besucher kann sich auch einen ganzen Gesundheitstag gönnen oder sogar unter Tage übernachten.

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Martin Schuster, 49 Jahre, Reisekaufmann, Timo Kropp, 42 Jahre, Reiseveranstalter und Marie Kusche, 37 Jahre, freiberufliche Reisejournalistin und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Busreisen, Reisezielen und Sehenswürdigkeiten.

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