Busreisen Klassiker Wien – Touristenfallen

Busreisen Klassiker Wien: diese Touristenfallen besser umgehen

 

Österreichs Hauptstadt gehört zu den absoluten Klassikern unter den Busreisezielen für Städtereisen. In der Tat ist Wien eine überaus charmante Stadt, die sich sowohl für eine Wochenendtour als auch für eine längere Städtereise anbietet.

Eine beeindruckende Architektur, ein sehr vielseitiges Kulturangebot oder eine hervorragende Küche, und das alles bei durchaus moderaten Preisen, sind nur ein paar Argumente, die für Wien sprechen. Andererseits lauert auch in Wien, wie in jeder anderen Stadt, in der der Tourismus von Bedeutung ist, die eine oder andere Touristenfalle.

Vor allem dann, wenn typische Klischees bedient werden, bleibt das Angebot oft hinter den Erwartungen zurück. So manche Sehenswürdigkeit, die in jedem Reiseführer angepriesen wird und nahezu immer auf dem Veranstaltungsprogramm der Reiseveranstalter steht, verspricht mehr, als sie halten kann. Teilweise sind die Plätze hoffnungslos überfüllt, teils ist vor lauter Touristen nicht mehr viel vom Wiener Charme übrig und teils sind die Preise schlichtweg überteuert.

So schmeckt ein Glas Heuriger in einem gemütlich Weinlokal mindestens genauso gut wie in Grinzing und eine Tasse leckeren Kaffee mit einem Stück der weltberühmten Sachertorte wird in praktisch jedem Kaffeehaus angeboten. Wer Wien als wirklich charmante, freundliche und liebenswerte Stadt kennenlernen möchte, sollte also durchaus einmal die typischen Touristenpfade verlassen.

In Wien ist dies übrigens auch bedenkenlos möglich. Die folgende Übersicht listet zudem einige typische Touristenfallen, die der Besucher besser umgehen sollte, auf.

 

Das Wiener Riesenrad im Prater

Das Riesenrad gehört zu den Sehenswürdigkeiten und den Wahrzeichen Wiens. 1897 anlässlich des 50. Thronjubiläums von Kaiser Franz Josef I. errichtet, war es seinerzeit eines der größten Riesenräder der Welt. In Reiseführern ist immer wieder zu lesen, dass ein Besuch der österreichischen Hauptstadt erst durch eine Fahrt mit dem Riesenrad und dem herrlichen Blick über die Wiener Dächer wirklich komplett ist.

So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass ein Besuch des Praters nahezu immer auf dem Ausflugsprogramm steht. Aber ob die Erwartungen der Besucher tatsächlich erfüllt werden, sei dahingestellt. Mit einer Höhe von knapp 65 Metern am höchsten Punkt ist die Aussicht zwar schön, aber vor allem an trüberen Tagen bei weitem nicht so spektakulär wie oft gedacht. Mit 9 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder ist die recht kurze Fahrt in einer der 15 Kabinen, die gemütlich ihre Runden drehen, zudem recht teuer. Dabei hat Wien durchaus lohnenswerte Alternativen zu bieten.

Ein herrlicher Blick über die Stadt ergibt sich beispielsweise durch einen Ausflug auf den Kahlenberg. Hier ist das Panorama zudem kostenfrei. Für Spannung wiederum sorgt die sogenannte Dritte Mann Tour, die durch die Wiener Kanalisation und damit in die mystisch-geheimnisvolle Unterwelt Wiens führt.

 

Der Wiener Walzer

Zweifelsohne wäre Wien nicht Wien, wenn es den Wiener Walzer nicht gäbe, und für viele Touristen ist ein Konzertbesuch ein absolutes Muss. Die Karten sind dann auch recht schnell gefunden, denn an den typischen Touristenorten wie auf dem Platz vor dem Stephansdom, vor Schloss Schönbrunn oder im Umkreis der Staatsoper bieten zahlreiche Verkäufer, bevorzugt in historischen Kostümen im typischen Mozart-Stil, Konzertkarten für Abende mit original Wiener Klassik an.

Die Besucher hören dann auch tatsächlich Walzer und bekannte Melodien aus Operetten, die von kleinen Orchestern mit jungen Musikern in historischen Kostümen vorgetragen werden. Grundsätzlich ist gegen einen solchen Konzertbesuch auch überhaupt nichts einzuwenden, denn die Besucher werden auf nette, leichte Art unterhalten und sämtliche Klischees werden bedient. Angesichts der Kartenpreise von gut 50 Euro stellt sich dann aber doch die Frage, ob es sich lohnt, soviel Geld auszugeben.

In einer ähnlichen Preisklasse sind nämlich auch Konzertkarten für die Wiener Symphoniker und die Wiener Philharmoniker zu bekommen. Karten für Konzerte, bei denen zwar die Kostüme wegfallen und auch keine weltbekannten Orchester aufspielen, dafür aber tatsächlich die klassische Musik im Vordergrund steht, sind hingegen schon für weniger als die Hälfte zu haben.

 

Das Hundertwasserhaus

Die im 3. Wiener Gemeindebezirk gelegene Wohnhausanlage mit ihren unebenen Böden, der bunten Fassade und den üppig begrünten, parkähnlichen Dächern gehört zu den meist besuchten und meist fotografierten Gebäuden in Österreich.

Mitte der 1980er-Jahre verwirklichte der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser zusammen mit Josef Krawina als Miturheber und später in Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Pelikan seine Ideen von einer menschen- und naturgerechten Architektur. In der Tat ist das Hundertwasserhaus, das juristisch korrekt Hundertwasser-Krawina-Haus heißt, ein besonderes und wahrlich sehenswertes Kunstwerk.

Weniger schön ist die Kommerzialisierung in den Straßen rund um das Gebäude. So finden sich hier zahlreiche Kneipen und Geschäfte, die von der Berühmtheit des Gebäudes profitieren möchten.

Gegenüber des Gebäudes wiederum befindet sich eine Einkaufspassage, in der neben Fastfood hauptsächlich Kitsch und überteuerte Souvenirs, meist Made in Fernost, angeboten werden.

 

Die Spanische Hofreitschule

Die Meinung zur Dressur der weißen Lipizzaner in der weltberühmten Spanischen Hofreitschule war, ist und wird wohl immer zweigeteilt bleiben. Während sie für die einen der Inbegriff von formvollendeter Eleganz ist, halten sie andere, milde ausgedrückt, für unnatürlich und wenig artgerecht.

Für diejenigen, die sich für Pferdedressur interessieren oder die edlen weißen Pferde einmal live bestaunen möchten, ist der Besuch der ältesten klassischen Reitschule weltweit aber zweifelsohne ein unvergessliches Erlebnis.

Andererseits sind die Vorführungen oft schon lange im Voraus ausgebucht und Karten für Sitzplätze schlagen ordentlich zu Buche. Deutlich kostengünstiger, dabei aber nicht weniger beeindruckend ist ein Besuch des Trainings. Dieses findet vormittags statt, nennt sich Morgenarbeit und eröffnet dem Besucher Einblicke in die Dressurarbeit und das Zusammenspiel der Reiter und der Pferde.

Ansonsten bleibt noch der Besuch des riesigen Souvenirshops. Hier gibt es, wenn auch zu recht hohen Preisen, alles, was mit den weißen Pferden zu tun hat, angefangen bei Plüschtieren über Kappen, T-Shirts und Seidentücher bis hin zu Tassen und Kugelschreibern.

 

Eine Fahrt mit dem Fiaker

Eine Fahrt mit einem Fiaker, jener Kutsche, die von zwei Pferden gezogen und von einem Kutscher in klassischer Berufskleidung und mit Melone auf dem Kopf gelenkt wird, ist für viele Wien-Besucher obligatorisch.

In der Tat hat eine solche Kutschfahrt auch ihren Charme. Allerdings ist sie auch ein recht teures Vergnügen und wer auf einer längeren Fahrt wirklich etwas von Wien sehen möchte, muss sehr tief in die Tasche greifen. Hinzu kommt, dass Kutscher in traditionellem Outfit immer seltener werden.

So kann es durchaus passieren, dass der Tourist auf einen Kutscher trifft, der Jeans und Anorak trägt, während der Fahrt über den MP3-Player im Ohr Musik hört oder SMS schreibt. Vom Charme und Reiz der Fiakerfahrt ist dann nur leider nicht mehr allzu übrig.

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