Tipps für eine Reise ins holländische Groningen, 4. Teil

Tipps für eine Reise ins holländische Groningen, 4. Teil

Großstadt oder lieber Natur? Städtereise mit reichlich Kunst und Kultur oder entspannter Badeurlaub am Meer? Im holländischen Groningen muss sich der Besucher erst gar nicht entscheiden. Denn die Provinz im Norden der Niederlande bietet eine wunderbare Mischung aus beidem. Und durch die Nähe zu Deutschland gestaltet sich die Anreise unkompliziert. In einer Beitragsreihe stellen wir die malerische Provinz vor und geben Reisetipps.

Tipps für eine Reise ins holländische Groningen, 4. Teil

Dabei ging es mit Basis-Infos los, danach haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Provinzhauptstadt aufgelistet. Nun, im 4. und letzten Teil, machen wir einen Abstecher in die Umgebung:

Das Wattenmeer und der Nationalpark Lauwersmeer

Die Provinzhauptstadt Groningen hat viel zu bieten. Wer die zahlreichen Sehenswürdigkeiten nicht auf eigene Faust erkunden oder spannende Hintergrundinfos erfahren möchte, kann sich einem Stadtrundgang anschließen.

Auch eine Kanalfahrt ist eine tolle Möglichkeit, um die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Für alle, die Sightseeing mit Sport verbinden wollen, gibt es sowohl in der Stadt als auch außerhalb verschiedenste Strecken für Radtouren.

Was bei einem Aufenthalt in Groningen aber natürlich auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Abstecher ans Meer. Das niederländische Wattenmeer beginnt im Westen des Landes, östlich der deutschen Nordseeinseln, und reicht bis nach Dänemark. Es zählt zu den schönsten Naturlandschaften Hollands und ist seit 2009 Weltnaturerbe der UNESCO.

Das gesamte Gebiet erstreckt sich über drei Provinzen. Ganz im Westen macht Noord-Holland den Anfang, in der Mitte liegt Friesland. Groningen ist die östliche Provinz am niederländischen Wattenmeer.

Vor allem der Nationalpark Lauwersmeer, der direkt am Lauwerssee liegt, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Zum Schutz vor Überschwemmungen wurden vor rund 50 Jahren Deiche um den See gebaut. Dadurch konnte sich im Laufe der Zeit eine einmalige Natur entwickeln, die heute verschiedensten Tierarten ein Zuhause bietet.

Einmal vor Ort, ist die Auswahl an möglichen Aktivitäten groß:

Tiere beobachten

Wie schon erwähnt, leben im Gebiet am Wattenmeer verschiedenste Tiere. Der Besucher kann Vögel in freier Wildbahn beobachten und Pferde durch die Gegend galoppieren sehen. Bei einer Jeep-Safari trifft er auf Wildtiere und mit etwas Glück sieht er an der Küste Schweinswale vorbeiziehen.

Natürlich sind hier auch Seehunde heimisch. Die Tiere machen es sich gerne auf den Sandbänken bequem. Ein besonderes Erlebnis ist ein Besuch der Seehundstation Pieterburen Groningen.

Das Seehunde-Krankenhaus ist das größte seiner Art in ganz Europa. Tierärzte und Tierpfleger versorgen gestrandete, kranke und verletzte Tiere, päppeln sie auf und wildern sie danach wieder aus.

Besucher dürfen unter Anweisung mithelfen. Der Eintritt kostet 9,50 Euro, Kinder bis zwölf Jahre und Studenten zahlen 6 Euro. Die Eintrittsgelder fließen komplett in die Versorgung der Tiere.

Wattwandern

Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis ist eine Wattwanderung. Am besten bucht der Besucher eine Tour und lässt sich von einem Wattführer die vielseitigen Facetten des Watts zeigen.

Der Spaziergang auf dem Meeresgrund geht mit einer überwältigen Atmosphäre einher. Wer die Weitläufigkeit der Landschaft und die einzigartige Stille einmal selbst erlebt hat, wird verstehen, warum das Wattenmeer zum Weltnaturerbe gehört.

Sport

An der Küste und im Nationalpark kommen auch Sportfans voll auf ihre Kosten. Wassersportler können sich zum Beispiel beim Kanufahren, Wind- und Kitesurfen oder Segeln austoben. Der Besucher kann sich ein Boot mieten und übers Wasser schippern oder ein bisschen angeln.

Am Strand sind Beachvolleyball oder Strandyoga möglich. Möchte der Besucher mehr von der Gegend sehen, kann er reiten, wandern oder eine Radtour machen. Besonders schön ist der Radweg „Kiek over Diek“, der auf einer Strecke von rund 90 Kilometern am Deich entlangführt.

Sternenhimmel schauen

Ein Naturschauspiel der besonderen Art kann der Besucher erleben, wenn er bis nachts am Wattenmeer bleibt. Im Nationalpark gibt es einen Dark Sky Park, in dem der Besucher hautnah in die Dunkelheit eintauchen kann.

Die absolute Finsternis ohne künstliche Lichtquellen eröffnet bei klarem Himmel einen wunderschönen Anblick auf die leuchtenden Sterne. Mit etwas Glück kann der Besucher sogar die Milchstraße sehen.

Natur genießen

Am Wattenmeer spielt die Natur die Hauptrolle und ihr Schutz steht an erster Stelle. Denn das Gebiet ist einzigartig. Jede Flut führt dazu, dass sich die Strände, die Dünen und die Sümpfe ein bisschen verändern. Als eines der größten Gezeiten-Gebiete weltweit ist das Wattenmeer das Zuhause zahlreicher Tierarten.

Ein Besuch bedeutet deshalb immer auch, sich mit der Umwelt zu beschäftigen, sich von Mutter Natur faszinieren zu lassen und ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln.

Es geht darum, die Natur respektvoll zu behandeln und gleichzeitig die herrliche Kulisse zu genießen, um für sich selbst zur Ruhe zu kommen und sich wieder ein Stück weit zu erden.

Senf und Bier in Groningen

Nach einem aufregenden Tag am Meer knurrt irgendwann der Magen. Und wenn der Besucher schon an der Küste ist, sollte er die Gelegenheit nutzen und Fisch essen. Im Nationalpark und den Restaurants in Groningen werden zahlreiche Fischgerichte angeboten, die in Deutschland kaum anzutreffen sind.

Ein guter Begleiter zum Fisch ist Senf. Dafür gibt es in Groningen nicht nur eine Fabrik, sondern gleich ein ganzes Museum. Im Museum erfährt der Besucher die Geschichte des Groninger Senfs und kann dessen Herstellung nachvollziehen. Natürlich kann er den Senf auch probieren und sich mit einem kleinen Vorrat für daheim eindecken.

Richtig rund wird das Essen mit einem frisch gezapften, kühlen Bier. Auch dafür ist in Groningen gesorgt. Die Groninger Brauerei Martinus braut verschiedene Biersorten, die geschmacklich mitunter überraschen, aber definitiv köstlich sind. Der Besucher kann die Brauerei besichtigen, einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Bierspezialitäten natürlich verkosten.

Ein letzter Tipp zum Schluss

Auch wenn es im Sommer am Meer besonders schön ist, ist Groningen ebenso ein tolles Ziel für den Winter. Wenn die Temperaturen fallen, verwandelt sich die Provinzhauptstadt in ein Winter-Wunderland.

Die gefrorenen Kanäle werden zu herrlichen Schlittschuhbahnen und die schneebedeckten Straßenzüge liefern grandiose Urlaubsmotive. Ein heißer Kakao in einem charmanten Café zum Aufwärmen schmeckt dann gleich doppelt so gut.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Tipps für eine Reise ins holländische Groningen, 4. Teil

Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Martin Schuster, 49 Jahre, Reisekaufmann, Timo Kropp, 42 Jahre, Reiseveranstalter und Marie Kusche, 37 Jahre, freiberufliche Reisejournalistin und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Busreisen, Reisezielen und Sehenswürdigkeiten.

Kommentar verfassen

blank