Busreiseziele in Deutschland: das Allgäu

Busreiseziele in Deutschland: das Allgäu

 

Das Allgäu gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. Kein Wunder, denn allein die Landschaft, die von imposanten Bergen über verträumte Hügel bis zu glasklaren Seen alles zu bieten hat, ist beeindruckend schön und vielseitig. Nicht weniger vielseitig ist das Angebotsprogramm, das Besucher hier vorfinden.

Weltberühmte Sehenswürdigkeiten laden zum Erkunden ein und in den mittelalterlichen Städtchen lässt es sich herrlich bummeln. Gemütliche Wandertouren bieten Erholung für die ganze Familie und sportlich Aktive können sich beim Klettern in den Alpen oder beim Wassersport austoben. Aber auch Kulinarisch lässt das Allgäu keine Wünsche offen.

 

Ein Blick auf die Geschichte des Allgäus

Die Kelten, die Alemannen, die Franken und auch die Römer ließen sich einst im Allgäu nieder. Urkundlich erwähnt wird das Allgäu erstmals in einer St. Gallener Urkunde aus dem Jahre 817, in der es unter dem Namen pagus albigaugensis auftaucht. Im Spätmittelalter entwickelte sich das Allgäu zu einem Burgenland, mehr als 100 Burgen soll es in der Region gegeben haben.

Später gliederte sich das Allgäu zum einen in Freie Reichsstädte und zum anderen in kleinere Einzelgebiete, die teils weltlichen Herrschern und teils der Kirche unterstanden. Erst 1796 kam es zu einer politischen Neuordnung. Seinerzeit waren die Napoleonischen Truppen bis nach Bayern vorgedrungen und auch ins Allgäu einmarschiert. Nach dem Sieg über das bayerisch-österreichische Heer erhob Napoleon das Kurfürstentum Bayern und das Herzogtum Württemberg zu Königtümern.

So erhielt das Allgäu eine neue politische Struktur. Die Grenzen zwischen den Königtümern aus napoleonischen Zeiten bilden auch heute noch die Landesgrenzen zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Generell ist das Allgäu ein sogenannter Grenzsaum ohne politische Grenzen und mit landschaftlichen Grenzen, die fließend ineinander übergehen.

So liegt ein Teil des Allgäus in Bayern, ein anderer Teil in Baden-Württemberg und auch das Kleinwalsertal, das Tannheimer Tal und Jungholz in Österreich gehören zum Allgäu. Die Bewohner des österreichischen Teils bezeichnen sich selbst aber nicht unbedingt als Allgäuer.

 

Flachs und Käse aus dem Allgäu

Das Allgäu gehörte lange Zeit zu den sehr armen Regionen. Die teils sehr bergigen Landschaften machten die landwirtschaftliche Nutzung schwierig und wenig rentabel. Viele Bauern sicherten sich deshalb mit dem Anbau von Flachs ein zusätzliches Einkommen. Flachs war der Rohstoff, aus dem Leinen hergestellt wurde.

Flachs hat blaue Blüten und so bestimmten die herrlich blauen Blüten lange Zeit das Landschaftsbild. Dies brachte dem Allgäu den Beinamen blaues Allgäu ein. Vor etwa 200 Jahren kam es in der Leinenproduktion aber zu einer schweren Krise und die Bauern verloren eine wichtige Einkommensquelle. Glücklicherweise trieb ein Mann namens Carl Hirnbein zur gleichen Zeit die Käsewirtschaft voran.

Er hatte in Belgien den Limburger Käse kennengelernt und stellte diese Käsesorte nun im Allgäu her. Der Schweizer Johann Althaus wiederum begann damit, im Allgäu Emmentaler Käse zu produzieren.

Vor allem die gute Vermarktung des Allgäuer Käses, die Carl Hirnbein auf den Weg gebracht hatte, überzeugte die Bauern. So wurde das Allgäu zu einem Käseland und nachdem aus den blauen Flachsfeldern grüne Wiesen für das Milchvieh geworden waren, verwandelte sich das blaue Allgäu in das grüne Allgäu.

 

Das Allgäu und seine Mechler

Ein besonderes Merkmal des Allgäus, das gleichzeitig einen großen Anteil an der herrlichen Allgäuer Landschaft hat, ist die sogenannte Vereinödung. Die Vereinödung beschreibt eine Siedlungsform mit Höfen, die sich als Einödhöfe vereinzelt in der Landschaft verteilen. Die Abstände zwischen den einzelnen Höfen sind oft groß und auch bis zum nächsten Dorf ist es meist weit.

Für die Vereinödung zeichnen sich die Allgäuer Bauern verantwortlich, denn sie bauten ihre Höfe dort, wo sie genug Weideland für ihr Vieh vorfanden. Die Bauern konnten sich so ihr Einkommen sichern. Gleichzeitig ließen die Einödhöfe mit viel Weideland die Milch- und Käsewirtschaft zu wichtigen und erfolgreichen Wirtschaftszweigen im Allgäu werden. Die Vereinödung spiegelt sich aber auch im Charakter der Allgäuer wider.

So wird den Allgäuern nachgesagt, dass sie einerseits etwas eigenbrötlerisch und eher mundfaul daherkommen. Anderseits gelten sie als erfinderische Tüftler. Dies erklärt sich damit, dass es das Leben auf einem abgelegenen Hof einfach mit sich bringt, sich selbst zu helfen, eigene Lösungen zu finden, Kaputtes alleine zu reparieren und Notwendiges selbst herzustellen. Die schlauen und erfinderischen Tüftler werden im Allgäu liebevoll Mechler genannt.

 

Das Allgäu als Busreiseziel

Viele Jahrhunderte lang galt das Allgäu als kalte und raue Region, die den Bauern einiges abverlangte. Doch spätestens als sich die adligen Regenten hier niederließen, erblühte das einst ärmliche Bauernland. Heute gehört das Allgäu zu den beliebtesten Ferienregionen Deutschlands.

Allein das 1868 im spätromantischen Stil erbaute Schloss Neuschwanstein wird jedes Jahr von unzähligen Touristen aus aller Welt besucht. Einige kommen im Rahmen eines Tagesausflugs mit dem Bus, andere bleiben länger im Allgäu.

Seinen Urlaub im Allgäu zu verbringen, ist auch eine durchaus gute Idee. Schließlich gibt es hier viele Burgen und Schlösser bayerischer Monarchen zu entdecken und viele mittelalterliche Städte zu erkunden. Wanderwege durch reizvolle und vielseitige Landschaften laden zu ausgiebigen Wandertouren ein.

Die Berge bieten ideale Bedingungen für Kletterer und an den Seen kommen Wassersportler voll auf ihre Kosten. Restaurants, Gaststuben und Wirtshäuser verwöhnen ihre Gäste mit Spezialitäten aus der Allgäuer Küche. So kann im Allgäu fast jeder einen Urlaub ganz nach seinen Vorstellungen, Wünschen und Vorlieben verbringen.

Mehr Reisetipps, Ratgeber und Berichte:

Thema: Busreiseziele in Deutschland: das Allgäu

Anzeige
Twitter

Redaktion

Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Martin Schuster, 49 Jahre, Reisekaufmann, Timo Kropp, 42 Jahre, Reiseveranstalter und Marie Kusche, 37 Jahre, freiberufliche Reisejournalistin und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Busreisen, Reisezielen und Sehenswürdigkeiten.

Unsere Webseite ist für Sie vollkommen kostenlos, daher sind sämtliche Inhalte, Artikel, Anleitungen, Vorlagen, Ratgeber, Tipps und Videos nicht kostenpflichtig.
Wir finanzieren uns ausschließlich nur über Werbung, die in Form auf unseren Seiten als Anzeigen oder Gesponsert gekennzeichnet sind. Wir erhalten eine kleine Werbekostenpauschale, wenn sie etwas über unsere Anzeigen-Links kaufen, oder für Seitenimpressionen und Klicks.
Um ihnen Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen, bitten wir um Verständnis für die Werbeeinblendungen auf unserer Webseite. Vielen Dank. (Autoren & Betreiber)
Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Martin Schuster, 49 Jahre, Reisekaufmann, Timo Kropp, 42 Jahre, Reiseveranstalter und Marie Kusche, 37 Jahre, freiberufliche Reisejournalistin und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Busreisen, Reisezielen und Sehenswürdigkeiten. Unsere Webseite ist für Sie vollkommen kostenlos, daher sind sämtliche Inhalte, Artikel, Anleitungen, Vorlagen, Ratgeber, Tipps und Videos nicht kostenpflichtig. Wir finanzieren uns ausschließlich nur über Werbung, die in Form auf unseren Seiten als Anzeigen oder Gesponsert gekennzeichnet sind. Wir erhalten eine kleine Werbekostenpauschale, wenn sie etwas über unsere Anzeigen-Links kaufen, oder für Seitenimpressionen und Klicks. Um ihnen Inhalte kostenlos zur Verfügung zu stellen, bitten wir um Verständnis für die Werbeeinblendungen auf unserer Webseite. Vielen Dank. (Autoren & Betreiber)

Kommentar verfassen