Einer Reisethrombose bei langen Busreisen vorbeugen

Einer Reisethrombose bei langen Busreisen vorbeugen

Ähnlich wie nach einer langen Autofahrt oder einem mehrstündigen Flug klagen viele Reisende auch nach einer langen Busreise oft über schwere Beine. Der Grund dafür, dass sich die Beine schwer anfühlen, ist, dass sich durch das lange Sitzen Flüssigkeit eingelagert hat.

Im schlimmsten Fall kann sogar eine Reisethrombose die Beschwerden hervorrufen. Doch es gibt gute Möglichkeiten, schweren Beinen und einer Reisethrombose bei langen Busreisen vorzubeugen und so beschwerdefrei ans Ziel zu kommen.

Die Ursachen für eine Reisethrombose

Der Hauptgrund für eine Reisethrombose ist langes Sitzen. Durch das Sitzen werden die Venen zusammengedrückt und teilweise regelrecht abgeklemmt. Vor allem die Venen in den Knien und in der Leiste sind davon betroffen. Die Folge ist, dass das Blut aus den Beinen nicht ungehindert zum Herzen zurückfließen kann.

Hinzu kommt, dass der Pumpeffekt auf die Venen, der entsteht, wenn die Muskeln beim Gehen angespannt werden, im Sitzen entfällt. Der gestörte Blutfluss kann dazu führen, dass sich kleine Blutgerinnsel, die sogenannten Thromben, bilden. Und sie können einen Gefäßverschluss verursachen.

Gesundheit auf Busreisen

Was ist eine Thrombose eigentlich genau?

Von einer Thrombose wird gesprochen, wenn ein Blutgerinnsel den Verschluss eines Blutgefäßes hervorruft. Betroffen sind davon hauptsächlich die tiefen Bein- und Beckenvenen. Bereits im Jahr 1856 beschrieb der Berliner Pathologe Rudolf Virchow die drei wesentlichen Ursachen, die eine Thrombose entstehen lassen. Sie werden deshalb auch als die Virchowsche Trias bezeichnet und sind

  1. eine Verlangsamung des Blutflusses,
  2. eine Veränderung der Gefäß-Innenwände und
  3. eine veränderte Blutgerinnung.

Zu einem verlangsamten Blutfluss in den Venen kann es bei einer Herzschwäche und bei Krampfadern kommen. Daneben können mangelnde Bewegung und Verletzungen die Ursache sein. Verletzungen und auch Operationen können aber ebenso Schäden an den Innenwänden der Blutgefäße verursachen. Gleiches gilt für Ablagerungen als Folge von Venenentzündungen, akute und chronische Entzündungen im Körper und Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Diabetes.

Eine erhöhte Gerinnungsneigung kann angeboren oder krankheitsbedingt sein. Sie kann aber auch durch bestimmte Medikamente hervorgerufen werden oder nach Operationen auftreten. Hormonumstellungen und Stress sind ebenfalls Faktoren, die die Blutgerinnung erhöhen können.

 

Die Symptome und die Behandlung einer Thrombose

Typische Symptome einer Thrombose sind Schwellungen und ziehende Schmerzen. Zudem verfärbt sich das betroffene Bein bläulich. Die größte Gefahr bei einer Thrombose ist, dass sich das Blutgerinnsel löst und an eine andere Stelle gelangt. Besonders gefürchtet in diesem Zusammenhang ist die Lungenembolie. Sie tritt ein, wenn sich das gelöste Blutgerinnsel in den sehr feinen Gefäßen der Lunge festsetzt.

Der Arzt kann eine Thrombose durch eine gründliche Untersuchung sicher feststellen. Die klinische Wahrscheinlichkeit kann durch den sogenannten Wells-Score ermittelt werden. Bei Bedarf sichert eine sogenannte Farb-Duplex-Sonografie, eine spezielle Variante einer Ultraschalluntersuchung, die Diagnose.

Als Faustregel gilt, dass eine Thrombose innerhalb von zehn Tagen erkannt und behandelt werden sollte. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es zu einer chronischen Venenerkrankung kommt oder sich eine andere Erkrankung als Folge der Thrombose einstellt. Das wesentliche Ziel bei der Behandlung der Thrombose besteht darin, das Blutgerinnsel aufzulösen.

In bestimmten Fällen reicht dafür die Gabe von entsprechenden Medikamenten aus. Um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern, werden Medikamente verabreicht, die die Blutgerinnung hemmen und das Blut dünnflüssiger machen.

 

Einer Reisethrombose bei langen Busreisen vorbeugen – 4 Tipps

Grundsätzlich kann jeder von einer Reisethrombose betroffen sein, und das unabhängig von möglichen Vorerkrankungen. Denn es gibt sehr viele verschiedene Faktoren, die dieses unangenehme Reise-Andenken begünstigen können. Andererseits besteht kein Grund zur Panik.

Denn das Risiko, tatsächlich eine Reisethrombose zu bekommen, ist sehr viel niedriger, als oft vermutet. Zumal die kritische Zeitgrenze erst bei vier Stunden liegt. Erst nach wenn der Reisende vier Stunden lang ohne Bewegung sitzt, ergibt sich also überhaupt ein mögliches Risiko. Und schon kleine Maßnahmen reichen aus, um das Risiko äußerst gering zu halten.

Hier sind vier Tipps:

 

  1. Bewegung

Bei einer längeren Busfahrt werden regelmäßig Pausen gemacht. Der Reisende sollte die Pausen nutzen, um sich buchstäblich die Beine zu vertreten. Die Bewegung kurbelt die Durchblutung in den Beinen an und entlastet nebenbei auch den Rücken. Zudem tut die frische Luft einfach gut.

Bei einem längeren Abschnitt ohne Pausen kann der Reisende im Gang auf- und abgehen. Gut ist außerdem, wenn er im Sitzen ein paar Übungen durchführt. So kann er beispielsweise mit den Füßen kreisen oder die Füße anheben und abwechselnd nach vorne und nach hinten kippen. Daneben kann er die Füße mal auf die Zehen und mal auf den Fersen abstellen. Auch die Beine immer mal wieder komplett durchzustrecken, ist eine effektive Dehnübung.

 

  1. Trinken

Auch beim Sitzen im Bus geht Flüssigkeit verloren. Um die Flüssigkeitsdepots aufzufüllen, sollte gerade bei längeren Busfahrten ausreichend getrunken werden. Als Faustregel dabei gilt, dass es pro zwei Stunden Fahrt 250 Milliliter Flüssigkeit sein sollten. Gut geeignet sind beispielsweise Wasser und Säfte. Tee und Kaffee sind ebenfalls in Ordnung. Alkohol hingegen ist tabu.

 

  1. Lockere Kleidung

Für die Busfahrt sollte der Reisende lockere Kleidung und bequeme Schuhe anziehen. Wichtig ist, dass die Kleidung nirgends einschneidet und nichts abdrückt. Eine bequeme Jogginghose und ein lässiges T-Shirt beispielsweise sind gut geeignet. Die Socken sollten kein enges Bündchen haben. Die Schuhe kann der Reisende im Bus auch gerne ausziehen.

 

  1. Kompressionsstrümpfe

Neigt der Reisende zu geschwollenen Beinen, ist er bei einer längeren Busfahrt mit Kompressionsstrümpfen gut beraten. Die Strümpfe sollte er etwa zwei Stunden vor der Fahrt anziehen und die ganze Fahrt über anbehalten.

Strümpfe, die die Unterschenkel bedecken, reichen aber aus. Strümpfe bis über die Knie oder Strumpfhosen sind nicht notwendig. Denn der entscheidende Bereich sind die Waden. Wenn die Waden durch die Kompressionsstrümpfe abgedeckt sind, genügt das, um einer möglichen Reisethrombose vorzubeugen.

 

Und was ist mit Medikamenten?

Mitunter wird als vorbeugende Maßnahme die Einnahme von Acetylsalicylsäure empfohlen. Mit Blick auf eine Reisethrombose macht das aber wenig Sinn. Denn Acetylsalicylsäure macht das Blut zwar dünnflüssiger, wirkt aber in erster Linie auf das arterielle Blut. Eine Thrombose entsteht jedoch nicht in den Arterien, sondern in aller Regel in den Venen.

Verschreibungspflichtige Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen, können das Thrombose-Risiko senken. Ihre Wirkung setzt aber erst nach etwa drei Tagen ein. Der Reisende müsste somit drei Tage vor Reiseantritt mit der Einnahme beginnen. Speziell im Zusammenhang mit Reisethrombosen, die durch Langstreckenflüge und lange Fahrten ausgelöst wurden, gibt es zudem noch keine Studien.

Bevor der Reisende zu Medikamenten greift, sollte er aber immer Rücksprache mit seinem Hausarzt halten. Gleiches gilt für Risikopatienten. Auch sie sollten sich bei ihrem Arzt informieren, ob und welche Vorsorgemaßnahmen notwendig sind.

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