Benimmregeln bei Reisen in arabische Laender

Die wichtigsten Benimmregeln bei Reisen in arabische Länder 

Reisen in arabische Länder sind sehr beliebt, unabhängig davon, ob das Reiseziel nun Tunesien, Marokko, Ägypten oder Dubai heißt. 

Dies liegt sicherlich an dem Flair aus 1001 Nacht, das solche Länder versprechen, aber auch die historischen Stätten, die facettenreichen Kulturen und das herrlich warme Klima sind Gründe, die dafür sprechen, ein arabisches Land zu bereisen und mit dem Bus zu erkunden. Nicht zu vergessen ist außerdem die weltberühmte Gastfreundschaft. 

In arabischen Ländern ist der Islam die vorherrschende Religion und seine Gesetze prägen in vielen Fällen die typischen Verhaltensweisen und Benimmregeln. Die wenigsten Einheimischen werden von Gästen, die ihr Land besuchen und zudem auch noch einer anderen Religion angehören, erwarten, dass sie alle muslimischen Verhaltensweisen kennen und einhalten. 

Aber allein schon aus Respekt und Höflichkeit sollte der Gast die grundlegenden Gepflogenheiten berücksichtigen. Zudem ist es sicher auch für den Reisenden angenehmer, wenn er nicht in jedes Fettnäpfchen tritt, das sich während seiner Reise bietet.

Die wichtigsten Benimmregeln bei Reisen in arabische Länder
fasst die folgende Übersicht zusammen:

Die Begrüßung

Im Islam spielt die Begrüßung eine sehr wichtige Rolle. Sowohl der Koran als auch die Hadithe, vom Propheten Mohammed überlieferte Aussprüche, Ge- und Verbote, verweisen auf den hohen Stellenwert, den die Begrüßung zwischen Muslimen hat. In arabischen Ländern ist üblich, dass sich gleichgeschlechtliche Muslime bei der Begrüßung die rechte Hand geben und dabei die Grußformeln austauschen. 

Teilweise werden die Grußformeln zudem mit religiösen Floskeln ergänzt, was als besonders höflich gilt. Mann und Frau hingegen begrüßen sich nur mit Worten, Berührungen finden, sofern überhaupt, lediglich zwischen Verwandten statt. Allgemein sind die Begrüßungsregeln durchaus mit den hierzulande üblichen Grußritualen vergleichbar. 

So grüßen Jüngere ältere Personen und diejenigen, die einen Raum betreten, grüßen diejenigen, sie sich bereits in dem Raum befinden. Außerdem begrüßen diejenigen, die stehen, diejenigen, die sitzen, und Arbeitende werden von Passanten gegrüßt. In einigen Orten gibt es aber traditionellere Begrüßungsrituale. So ist es mancherorts beispielsweise üblich, die rechte Hand aufs Herz zu legen oder eine leichte Verneigung anzudeuten. 

An anderen Orten wiederum wird bei der Begrüßung umarmt und geküsst, wobei vor allem jüngere Personen ihren Respekt gegenüber älteren Personen durch Küsse auf die Stirn oder die Hand zum Ausdruck bringen. 

Die Kleidung

In einigen arabischen Ländern wird von Frauen erwartet, dass sie ihre Haare und ihren Körper verhüllen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen. Generell gilt aber, dass Reisende die Gepflogenheiten respektieren und sich an die Kleidervorschriften halten sollten. Hierzu gehört, dass auf allzu freizügige Kleidung verzichtet werden sollte. 

Das bedeutet, nackte Beine bei Mann und Frau, tiefe Ausschnitte und unbedeckte Schultern bei Frauen sowie nackte Oberkörper oder offene Hemden bei Männern sollten vermieden werden. Luftige, weite Kleidung ist aber nicht nur angemessener, sondern gleichzeitig bei heißen Temperaturen auch wesentlich angenehmer. Ebenfalls tabu an den meisten Stränden sind zudem Sonnenbäder oben ohne und FKK.  

Eine weitere Gepflogenheit in arabischen Ländern ist es, die Schuhe auszuziehen, wenn eine Moschee oder ein Haus betreten werden. Hier lauert aber auch ein Fettnäpfchen, denn die nackten Füße sollten dem Gegenüber niemals entgegengestreckt werden. 

Die Fußsohle gilt als unrein und es wird als beleidigend empfunden, wenn die Fußsohlen auf eine Person zeigen. Ebenfalls als unhöflich gilt es, die Beine übereinanderzuschlagen.  

Das Essen und das Trinken

In arabischen Ländern wird die rechte Hand als die reine Hand angesehen. Die linke Hand hingegen gilt als die unreine Hand, weil sie verwendet wird, um bei der rituellen Waschung zum Gebet die Nase, die Ohren und die Füße sowie die intimen Körperteile beim Toilettengang zu reinigen. Gegessen wird daher ausschließlich mit der rechten Hand. 

Meist zerteilen Muslime dazu ihr Essen mit einem Messer, das sie in der rechten Hand halten. Anschließend nehmen sie eine Gabel in die rechte Hand, mit der sie die Bissen zum Mund führen. Isst der Gastgeber mit seinen Fingern, kann aber auch der Gast sein Besteck ruhigen Gewissens liegen lassen. Getränke, die einen Rausch verursachen, sind im Islam verboten. 

Aus diesem Grund werden in öffentlichen Bars, Cafés und Restaurants nur selten alkoholische Getränke angeboten. Wer als Reisender auf Bier und Wein nicht verzichten möchte, sollte seinen Konsum auf Hotels mit internationalem Flair beschränken, in der Öffentlichkeit aber keinen Alkohol trinken.  

Basare und Fotos

Der Islam verbietet das Hochtreiben von Preisen aus reiner Profitgier. In Supermärkten oder in Filialketten ist es daher nicht üblich, zu feilschen, sondern hier werden die Preise bezahlt, die auf den Preisschildern stehen. Andres ist dies auf Basaren und Märkten. 

Hier kann durchaus gefeilscht werden, wobei der Gast seine Preisvorstellungen so gestalten sollte, dass sie für beide Seiten fair bleiben.  Für Fotos und Videoaufnahmen gilt, dass zuerst gefragt werden sollte, vor allem wenn Personen fotografiert werden sollen. 

Auch wenn das Festhalten von lebendigen Augenblicken aus islamischer Sicht umstritten ist, werden die meisten sicherlich zustimmen, wenn sie um ein Foto gebeten werden. Absolut tabu hingegen ist es, militärische Anlagen und Objekte zu fotografieren.

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Martin Schuster, 49 Jahre, Reisekaufmann, Timo Kropp, 42 Jahre, Reiseveranstalter und Marie Kusche, 37 Jahre, freiberufliche Reisejournalistin und Backpacker, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Busreisen, Reisezielen und Sehenswürdigkeiten.
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